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Die drei E zu Weihnachten

  • Autorenbild: Julia Ziegelwanger
    Julia Ziegelwanger
  • 20. Dez. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit ein heiliger Abend in einem kleinen Zoo. Die kleine Elefantenfamilie hatte es sich im Stall gemütlich gemacht. Alle Menschen waren an diesem Tag anders als sonst. Vorfreude strahlte aus ihren Augen und bei manchen schien es, als wären sie gar nicht wirklich anwesend. Die Elefantenfamilie sprach über den vergangenen Tag und das Verhalten der Menschen.

„Komisch sind sie schon oft“, meinte der Elefantenpapa.

„Einerseits scheint es, als wären sie gar nicht anwesend, andererseits füllen sie in die Futterraufen doppelt so viel Heu und ständig gibt es leckere Äpfel dazwischen.“

„Ich habe einen Pfleger sagen hören, dass sie glauben, dass wir Tiere in der Heiligen Nacht reden können. Sie wollen, dass wir nur Gutes über sie sagen,“ antwortete die Elefantenmama.

„Was ist die heilige Nacht?“ fragte das Elefantenbaby.

Die Eltern schauten sich an. Immer wieder hatten sie Wort- und Satzfetzen von den Menschen aufgefangen. Aber wirklich einen Sinn hatte das Ganze nie ergeben. Wie sich die Elefanteneltern etwas ratlos ansahen und versuchten ihr Halbwissen irgendwie in Worte zu fassen, erhellte ein weißes Licht den Stall.

Nicht nur das Baby zwinkerte, weil es von dem hellen Strahl geblendet wurde.

„Habt keine Angst“, ertönte eine freundliche, aber feste Stimme. In dem hellen Licht erschien eine feine Gestalt. Sie hatte Flügel, wirkte aber nicht wie ein Vogel, wie man es in einem Zoo erwarten könnte.

„Ich bin der Engel Jonathan. Wenn ihr möchtet, erzähle ich euch, was in der Nacht vor über 2000 Jahren passiert ist.“ Die Elefantenfamilie sah den Engel mit weit aufgerissenen Augen an. Außer einem zustimmenden Nicken brachten sie nichts hervor. Also begann der Engel zu erzählen von Maria und Josef, dem Jesuskind, das in einem Stall geboren wurde, von einem Ochs und einem Esel.

Die Elefantenfamilie saß zusammengekuschelt da und hörte aufmerksam zu. Vor allem das Baby wirkte, als würde es nicht nur mit den Ohren hören. Auch Augen und Mund waren weit aufgerissen und der Rüssel war in Richtung des Engels ausgerichtet.

Der Engel Jonathan beendete seine Erzählung. Er segnete die Familie und wünschte ihnen eine besinnliche heilige Nacht. Dann begann er zu singen, ganz zart und fein. Irgendwann stimmte die Familie mit ein.

Die Bewohner der angrenzenden Häuser hatten sie vorher noch nie gehört. Sie konnten sich nicht erklären, wie eine Elefantenfamilie das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“, obwohl trompetet und anscheinend nie geprobt, zu so einem Hörgenuss bringen konnten.

 
 
 

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